Ist ein Schäferhund der richtige Hund für Dich?

Ist ein Schäferhund der richtige Hund für Dich? 

Ist ein Schäferhund der richtige Hund für Dich? 

Viele Menschen wünschen sich einen Hund. Ein absoluter Favorit unter den vierbeinigen Lebensbegleitern ist der Deutsche Schäferhund. Wie jede Hunderasse hat auch der Schäferhund ganz besondere Charaktereigenschaften und Bedürfnisse. Deshalb ist es sehr wichtig, genau zu überlegen, ob der gewünschte Hund wirklich zu einem passt. Dabei spielen Faktoren wie Finanzen, Lebensstil, Wohnsituation und Zeit eine Rolle. Was der Schäferhund von Dir braucht, um glücklich zu sein, und was Du von dieser tollen Hunderasse erwarten kannst, erfährst Du hier.

Äußerliche Merkmale der Hunderasse Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund zählt zu den großen Hunderassen. Erwachsene Exemplare erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 60 cm (Hündin) beziehungsweise 65 cm (Rüde). Das Gewicht liegt um die 30 kg, wobei Weibchen zwischen 22 und 32 kg und Männchen zwischen 30 und 40 kg wiegen.

Es gibt Schäferhunde mit kurzem Stockhaar und Langstockhaar. Für die Rasse sind mehrere Fellfarben anerkannt:

-Schwarz (einfarbig)
-Schwarz mit Abzeichen in Braun, Gelb, Hellgrau oder Rotbraun (Abzeichen finden sich an den Augenbrauen, am After, der Brust, der Kehle, den Läufen und Pfoten und den Wangen)
-Grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske

Alle Farbvarianten können bei Kurz- und Langhaar vorkommen. Die Nasenkuppe muss immer schwarz sein. Kleine, unauffällige Brustabzeichen in Weiß oder helle Innenseiten werden laut Rassestandard akzeptiert, gelten aber bei der Zucht nicht als erstrebenswert.

Da der Schäferhund eine Rasse mit langer Tradition ist, kann man auf alten Fotos noch andere Farbvarianten (etwa Stromung) und Körperformen sehen (erst etwa seit den 1960er-Jahren wird der abfallende Rücken gezüchtet). Außerdem kommen manchmal spontane Abweichungen vor; beispielsweise die weiße Panda-Mutation.

Charaktereigenschaften: Welche Wesensmerkmale haben Schäferhunde? 

Der 

Schäferhund 

wird als vielseitiger Dienst-, Gebrauchs- und Hütehund gezüchtet und soll daher bestimmte Wesensmerkmale mitbringen. Der Rassestandard sieht folgende Eigenschaften vor:

-ausgeglichen
-aufmerksam
-belastbar
-gutartig
-führig
-selbstsicher und nervenstark
-unbefangen

Trotzdem kann es vorkommen, dass individuelle Schäferhunde aufgrund dürftiger Zucht oder schlechter Erfahrungen ängstlich oder nervös sind. Typisch für diese Hunderasse ist dies aber nicht.

Kenner der Rasse schreiben dem Schäferhund folgende weitere Charaktereigenschaften zu, die nicht im Rassestandard erwähnt werden:

-aktiv
-anhänglich
-arbeitswillig
-intelligent
-lernbereit
-loyal
-kinderfreundlich
-robust
-wachsam

Schäferhunde entwickeln eine starke Bindung zu ihrer Person oder Familie. Damit geht ein Beschützerinstinkt einher, der in einen gewissen Kontrollzwang übergehen kann. Eine liebevolle, geduldige und konsequente Erziehung ist daher besonders wichtig.

Gegenüber anderen Tieren, insbesondere kleineren Haustieren wie Katzen oder Hasen, sind Schäferhunde nicht immer verträglich.

Schäferhunde haben eine stärkere Neigung zum Bellen. Konsequentes Training kann das reduzieren.

Auslauf, Pflege und Co: Wie aufwendig ist der Schäferhund in der Haltung?

Schäferhunde sind schlaue und sportbegeisterte Hunde. Sie brauchen Aktion und Abwechslung, sonst leiden sie. Was dem Deutschen Schäferhund Spaß macht, ist mit voller Geschwindigkeit über ein Feld zu rennen – dabei kann die Rasse eine Geschwindigkeit von bis zu 48 km pro Stunde erreichen. Apportieren, Agility oder Fährtenarbeit bereitet Schäferhunden ebenfalls pure Freude. Auch andere strukturierte Beschäftigungsmöglichkeiten wie Longieren, Obedience oder Rettungshundearbeit sind ideal, um Schäferhunde geistig und körperlich zu stimulieren.

Optimal ist es, wenn Du ein Haus mit großzügigem Garten hast, in dem der Schäferhund toben darf. Zusätzlich sind täglich längere Spaziergänge ein Muss. Nur eine kurze Runde zu drehen, reicht dieser Rasse nicht aus. An Wochenenden will der Schäferhund Abenteuer erleben, wie etwa Trainingseinheiten im Bereich Such- und Rettungshund, Wanderungen oder Lauftouren.

Dein Lebensstil sollte entsprechend aktiv sein. Ein gelangweilter Hund kann Problemverhalten wie Bellen, Kauen, Kratzen oder Graben entwickeln.

Als Familienhund ist die Rasse geeignet, sofern der Hund gut erzogen ist. Aber auch dann reicht wenig Bewegung dem Schäferhund nicht aus.

Wenn es um die Fellpflege geht, wurde die Rasse als ausgewiesener Diensthund auf Robustheit gezüchtet. Unter dem Deckhaar steckt eine dichte Unterwolle und das Fell ist wetterbeständig, sodass der Hund bei Kälte, Regen oder Schnee nicht leidet. 

Weil Schäferhunde dickes Fell haben und zum Haaren neigen, müssen sie etwa drei- bis viermal die Woche ausgebürstet werden. Das lässt sich besonders gut draußen erledigen, damit das Fell nicht im Teppich oder auf der Couch herumliegt.

Weil die Hunderasse so aktiv und mutig ist, laufen Schäferhunde über Stock und Stein, gehen ins Wasser oder buddeln in der Erde. Daher sollten die Pfoten und Krallen mindestens einmal die Woche auf Verletzungen geprüft werden.

Gebadet werden muss ein gesunder Schäferhund wenige Male pro Jahr. Das ist bei einem 30 kg schweren Hund gar nicht so einfach, sorgt aber für ein weiches, glänzendes Fell. Häufigere Bäder sind in der Regel nicht angeraten, da es die Hundehaut austrocknet.

Gesundheit und Lebenserwartung

Viele Rassehunde sind aufgrund der jahrzehntelangen Zucht auf bestimmte Krankheiten anfällig geworden. Beim Schäferhundgibt es einige Krankheiten, die gehäuft vorkommen. Dazu zählen:

Hüftdysplasie
Ellbogendysplasie
Hygrom am Ellbogen (Wassergeschwulst) 
degenerative Myelopathie (fortschreitendes Absterben der Rückenmarksbahnen)
MDV-Syndrom (Magendilatation und -volvulus oder Magendrehung)

Damit Dein Schäferhund lange gesund bleibt, solltest Du einen Welpen nur aus nachweislich guter Zucht zu Dir nehmen. Wenn die Elterntiere nicht von den genannten Krankheiten betroffen waren, ist das Risiko etwas geringer, dass Dein Hund daran erkrankt. Ganz ausschließen lässt es sich aber nicht, da die Rasse eine Neigung zu diesen Krankheiten hat. Wenn Du einen Schäferhund aus dem Tierschutz adoptierst, ist das riesig – mach Dir aber bewusst, dass potenziell Tierarztkosten in eurer Zukunft liegen und informiere Dich zum Thema Hundekrankenversicherung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um Deinen Hund vor Erkrankungen der Gelenke und Knochen zu schützen, ist ein gleichmäßiges Wachstum von klein auf sicherzustellen. Schäferhundwelpen sollten mit einem hochwertigen Futter gefüttert werden, damit sie später keine Probleme am Bewegungsapparat bekommen. Da Schäferhunde zum MDV-Syndrom neigen, müssen sie mit Sorgfalt gefüttert werden.

Ständiges Treppensteigen kann das Auftreten von Gelenk- und Knochenproblemen beschleunigen.

Die Lebenserwartung liegt beim Schäferhund zwischen neun und 13 Jahren.

Ernährung: Was ist beim Füttern von Schäferhunden wichtig?

Schäferhunde sind von Natur aus aktive Tiere mit einem ausgeprägten Bewegungsdrang. Daher brauchen sie ein Futter mit hohem Energiegehalt. Spezielles Hundefutter für große Rassen kann sinnvoll sein. 

Gefüttert wird zwei Mal täglich. Du kannst einen Schäferhund mit Trockenfutter, Nassfutter oder einer Misch-Diät füttern. Die exakte Futtermenge hängt mit dem verwendeten Futter sowie den individuellen Eigenschaften Deines Hundes wie Größe und Gewicht, Alter und Aktivitätsniveau zusammen. 

Indem die tägliche Futterration auf zwei kleinere Mahlzeiten aufgeteilt wird, lassen sich Probleme wie Blähungen und Magendrehung vermeiden. Achte auch darauf, dass der Hund das Futter nicht runter schlingt, sondern langsam frisst. Inzwischen gibt es spezielle Futternäpfe und Fressmatten, die dabei helfen. Ständiger Zugang zu frischem Wasser ist selbstverständlich ein Muss.

Behalte das Gewicht des Hundes im Auge und gehe Übergewicht frühzeitig an, da Fettleibigkeit die Lebensdauer verkürzt. Tierärzte schlagen Alarm und berichten, dass inzwischen bis zu 50 Prozent aller Hunde zu fett sind.

Schäferhund Kosten: Was kosten Schäferhunde in Anschaffung und Haltung?

Die Kostenkalkulation für einen Schäferhund setzt sich aus den einmaligen Anschaffungskosten und den fortlaufenden Haltungskosten zusammen.

Schäferhundwelpen kosten ab 800 Euro. Durch die Pandemie ist die Nachfrage nach Hundewelpen gestiegen, sodass auch die Anschaffungskosten inzwischen höher sein können.

Schäferhunde aus dem Tierschutz kosten meist zwischen 200 und 400 Euro. Viele der Hunde im Tierheim sind schon erwachsen und haben nicht unbedingt das Beste erlebt. Daher kann es mit mehr Aufwand verbunden sein, einen Hund aus dem Tierheim aufzunehmen.

Die regelmäßigen Kosten für Schäferhunde setzen sich zusammen aus:

-Hundesteuer (regional unterschiedlich)
-Versicherung (Haftpflicht-, Kranken- und Unfallversicherung)
-Tierarzt (bei erwachsenen Hunden mindestens ein Besuch pro Jahr, Welpen müssen in den ersten Lebensmonaten häufiger zum Entwurmen und Impfen gehen) 
-Hundefutter
-optional: Hundeschule, Hundesitter, Hundefrisör

Fazit: Passt ein Schäferhund zu Dir?

Ob ein Schäferhund wirklich in Dein Leben passt, kannst im Endeffekt nur Du beantworten. Durch den Artikel sollte es Dir leichter fallen einzuschätzen, was den Schäferhund ausmacht und was die Rasse für ein langes, gesundes und glückliches Leben braucht.

Vor der Anschaffung helfen Dir folgende Fragen:

Bin ich auf einen energiegeladenen Hund vorbereitet? 
Kann ich ihm die körperliche und geistige Stimulation bieten, die er braucht?
Habe ich Zeit und Geduld für eine solide Grunderziehung?
Habe ich Zeit, um täglich ausgiebig mit dem Hund Gassi zu gehen, zu spielen oder zu trainieren?
Habe ich die nötigen finanziellen Mittel für Anschaffung und Haltung?
Habe ich ausreichend Platz in Haus und Garten für eine aktive, große Hunderasse?

Schäferhund
Schäferhund

Wenn Du alle Fragen mit „Ja“ beantwortest, ist ein Schäferhund für Dich gut geeignet. Der „Schäfi“ wird Dir viele Jahre lang ein treuer Begleiter sein und voller Begeisterung mit Dir zum Joggen, Radfahren, Schwimmen oder anderen aktiven Abenteuern gehen! 

 

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